November 2018

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November 2018 2018-11-05T08:27:22+00:00

DER VATER DER MODERNEN HEBRÄISCHEN SPRACHETEIL 3: DAS WELTWEIT ALLERERSTE „HEBRÄISCHE KIND“

Anfang der 1880-er Jahre waren die allerersten der ersten Pioniere im Heiligen Land die Leiter der BILU. Links: Yaacov Shertock, dessen Sohn Moshe Sharett (der einen hebräischen Namen angenommen hatte) der zweite Präsident Israels wurde; Zeev Vladimir Dubnov. Mitte: Eliezer Ben Yehuda.

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Eliezer Ben Yehuda war einer der ungewöhnlichsten Menschen, die aus dem jüdischen Volk je hervorgegangen sind. Er war ein radikaler Visionär, ein Träumer des Nichtexistierenden, ein genialer Self-made-Lexikograph (Verfasser eines Wörterbuchs) und ein außergewöhnlicher Organisator und Einflussnehmer, der die Menschen dazu brachte, das Unmögliche in Angriff zu nehmen. All das beschreibt einen sehr kranken Mann, der ca. 40 Jahre lang 19 Stunden am Tag arbeitete. Es war dieser Mann, den der Gott Israels einzigartig dazu gebrauchte, um eine tote Sprache wieder zu beleben und der eine entscheidende Rolle darin spielte, die vertrockneten Knochen eines Volkes zu sammeln, das in aller Welt zerstreut war.

Als ihm noch ca. sechs Monate Lebenszeit prognostiziert wurden, wanderten er und seine Braut Devora im Jahr 1881 aus Europa ins Heilige Land aus. Sein Ziel war Jerusalem, wo er seinen Auftrag zu erfüllen plante, solange er noch am Leben wäre. Er hatte die Vision eines Propheten und hatte verstanden, dass das Hebräische niemals zu einer nationalen Sprache würde, solange es keine jüdische Nation gäbe. Doch er verstand auch, dass das jüdische Volk ohne eine nationale Sprache niemals zu einer Nation werden würde.

Eine ebenso erstaunliche Person war Devora, die ihr Leben dafür widmete, die Vision ihres Mannes zu erfüllen. Sie kam in ihrem neuen Land an und kannte nur ein paar hebräische Worte, die sie auf der Reise ins Land Israel gelernt hatte. Sie hatte ihre große Mission akzeptiert und sich bereit erklärt, zusammen mit ihrem Mann die erste hebräisch sprechende Familie der Welt zu gründen.

Eliezer träumte von einer Familie – seiner Familie – mit vielen Kindern, die alle von Geburt an Hebräisch sprechen. Also wurde Devora nur wenige Monate nach ihrer Ankunft in Jerusalem schwanger. Ihre erste Aufgabe war es, selbst Hebräisch zu lernen. Sie hatte mit Eliezer ausdrücklich vereinbart, von nun an nur noch Hebräisch zu sprechen und zwar mit ihm, ihren Freunden und mit ihren zukünftigen Kindern. Es war ihr kein einziges Wort in einer anderen Sprache mehr erlaubt.

HEBRÄISCH LERNEN OHNE BÜCHER

Doch dann holte sie die Realität ein. Devora lernte jeden Tag viele Stunden lang Hebräisch – allein. Ohne Lehrbücher. Ohne sonstige Freunde, mit denen sie Hebräisch sprechen könnte. Noch nicht mal ein Ehemann, der sie die Sprache gelehrt hätte, außer nachts, wenn er erschöpft von seiner Arbeit als Redaktionsassistent der kleinen Zeitung von Hr. Dov Frumkin, Die Lilie, nach Hause kam.

Die größte Herausforderung von allen war ihre bittere Armut. Oft hatten sie Schwierigkeiten, auch nur genug Mehl zu kaufen, um ein Brot zu backen – und oft war das ihre einzige Mahlzeit.

Ungefähr drei Monate nach ihrer Ankunft klopfte ein Besucher an ihre Tür. Sein Name war Nissim Bekhar. Er war der Rektor einer französischen Schule für Jungen, die dank der Großzügigkeit des reichen Baron Edmond Rothschild von der „Alliance Israelite Universal“ betrieben wurde. In völligem Widerspruch zu Rothschilds Anweisung, dass seine Schulen im Heiligen Land kein Hebräisch lehren sollten, wurde Eliezer von Nissim gebeten, in seiner Schule Hebräisch zu unterrichten! Er erklärte, dass er mit der Vision Eliezers von einer nationalen Erweckung übereinstimme, und dass er das Verhältnis zwischen dem Volk, dem Land und der Sprache verstanden hatte.

Bekhar sagte Eliezer, dass ihm für eine solche Position kein Budget zur Verfügung stehe. Doch er war bereit, etwas vom Gehalt der zwei Religionslehrer wegzunehmen und es Eliezer zu geben. Wiederum arbeitete der Visionär für einen Hungerlohn, aber seine intensive Leidenschaft, die jungen Schüler „Hebräisch auf Hebräisch“ zu unterrichten, überwog bei weitem seinen Wunsch nach Geld. „Hebräisch auf Hebräisch“ war Eliezers einzigartige Unterrichtsmethode. Vom allerersten Tag einer Hebräisch-Unterrichtsklasse an sprach er nur Hebräisch mit den Schülern. Seine Klassen waren extrem erfolgreich, und einige seiner ersten Schüler wurden zu Leitern bei der Gestaltung der zukünftigen neuen Nation.

ULTRA-ORTHODOXE JUDEN SPRACHEN EINEN BANN AUS

Doch Eliezer hatte noch mehr unmittelbare Herausforderungen. Der Hass seiner ultra-orthodoxen Nachbarn für diesen „Ketzer“ wurde immer intensiver. Für sie war Eliezers Drang, das Hebräische populär zu machen und sogar Kinder zu lehren, Hebräisch zu sprechen, ein Angriff auf die jüdische Religion, auf ihre Lebensweise. Wenn er zur Synagoge ging, kam niemand in seine Nähe. In ihrem Kopf verknüpften diese aschkenasischen Juden die nationale Identität mit dem Kommen des Messias. Sie verkündeten einen religiösen Bann auf die Alliance-Schulen und auf jeden, der es wagte, durch ihre Türen zu gehen.

In der Zwischenzeit mühte sich Devora weiterhin täglich damit ab, Hebräisch für ihr Baby zu lernen, das bald geboren werden sollte. Ihre Einsamkeit war konstant. Ein paar wenige Frauen hätten sich gern mit ihr befreundet, doch sie sprachen kein Hebräisch. Eliezer war unerbittlich darin, dass sie keine andere Sprache sprechen sollte. Sie kämpfte weiter. Für sie war vielleicht das Schwerste, dass der von ihr so geliebte Mann von den Bürgern Jerusalems so verachtet wurde.

David Salman Levontin schaffte es, 1882 ein Grundstück von 835 Hektar nicht weit von Jaffa von den Türken zu kaufen. Auf diesem Acker wurde die allererste jüdische Siedlung im Heiligen Land errichtet – Rishon Le`Zion.

DIE ALLERERSTE GRUPPE VON PIONIEREN

Während in Russland die Verfolgung der Juden intensiver wurde, haben die Artikel von Eliezer in der kleinen hebräischen Zeitung ein Feuer entfacht. Die Nachricht verbreitete sich und am Pessach-Abend 1882 kamen 15 stämmige junge Pioniere an, darunter auch eine junge Frau. Und das inmitten der grausamen Verfolgung durch Russland und der umliegenden Länder. Während sie die Straße lang gingen, riefen sie den Namen von Ben Yehuda auf der Suche nach seinem Haus.

Sie hatten Eliezers Artikel in „der Zeitung aus Jerusalem“ gelesen, der sie aufforderte, in ihr Vaterland zurückzukommen. Also waren sie gekommen! Sie nannten sich selbst BILU – das Akrostichon für „Das Haus Jakobs. Geh und wir werden dir folgen!“ Es waren gut ausgebildete Studenten vom College, die entschieden hatten, der Vision zu folgen. Sie baten flehentlich: „Eliezer, wir sind bereit, alles Mögliche zu tun – bitte leite uns, bitte sag uns, was wir tun sollen!“ Einige dieser jungen Leute konnten schon ein bisschen Hebräisch sprechen, das sie in Russland gelernt hatten.

Auch wenn Eliezer erst ein Jahr zuvor nach Jerusalem gezogen war, half er ihnen, sich in verschiedenen Gebieten des Landes niederzulassen und sandte einige von ihnen, Landwirtschaft an einer Agrarschule zu lernen. Sie waren tatsächlich die allerersten der Ersten und für Ben Yehuda ein großer Trost und Grund zu viel Begeisterung. Heute weiß jedes israelische Schulkind was BILU heißt.

DIE TÜRKEN BLOCKIEREN DIE WEITERE JÜDISCHE EINWANDERUNG

Sofort landeten mehr und mehr junge Juden im Hafen der Stadt Jaffa. Wie Eliezer es vorhergesehen hatte, begannen die Araber sich zu beklagen. Innerhalb von Wochen hatten die Türken ein Dekret erlassen, dass es keinem Juden mehr erlaubte, nach Palästina einzuwandern. Eigentlich kam der Erlass am neunten Tag des Monats Av, am selben schicksalhaften historischen Tag, an dem beide jüdische Tempel von den Feinden Israels zerstört wurden.

Die jüdische Mehrheit im Heiligen Land begann zu schrumpfen, weil die Araber aus den benachbarten Regionen ungehindert ins Land strömten, um überall dort Arbeit zu finden, wo jüdische Einwanderer sich niederließen und eine Infrastruktur bauten.

Und doch wurden weiterhin Juden ins Heilige Land geschmuggelt – meist durch Schmiergelder. Ein jüdischer Unternehmer, David Zalman Levontin, schaffte es sogar, nur 10 Meilen von Jaffa entfernt ein Grundstück von 835 Hektar zu kaufen. Seine Gruppe lud die jungen Leute vom BILU ein, sich ihnen anzuschließen. Zusammen gründeten sie die allererste Siedlung im Land Israel. Sie errichteten Zelte und nannten sie Rishon Le`Zion – „Die Ersten nach Zion“.

Daraufhin eilte die Gruppe zu Pferd hinauf nach Jerusalem, um Eliezer Ben Yehuda die großartige Nachricht zu überbringen – und um dieses großartige Ereignis zu feiern. An genau demselben Abend wurde ein weiteres „Erstes“ eine Realität. Devora entband das „erste hebräische Kind“ seit 1900 Jahren. Und sie nannten ihn Ben Zion, „Sohn Zions“. Für Eliezer – den Visionär – waren diese zwei Ereignisse ein enormes Zeichen für Gottes Gunst über dem Land.

Eine Abbildung, die Rishon Le`Zion darstellt, irgendwann zwischen 1906–1913. Die Siedlung wurde ab 1882 gebaut, ging aber wegen dürftiger landwirtschaftlicher Ergebnisse und sehr knapper Wasserressourcen fast zugrunde. Der jüdische Philanthrop Baron James Rothschild rettete sie, indem er sie mit neuen Anbaumethoden und Wasserbrunnen versorgte.

WARTEN DASS BEN ZION HEBRÄISCH SPRICHT

Die Zeit verging, und das „erste hebräische Kind“ wuchs zu einem feinen, gesunden kleinen Jungen heran. Er wurde sorgfältig gehütet, so dass er nie auch nur ein einziges anderes Wort in einer anderen Sprache als Hebräisch hörte – meistens von seiner Mutter und seinem Vater. Er war aufgeweckt und lebhaft, ein geselliger Dreijähriger, der sich an der Gesellschaft und Obhut vieler enger Freunde seiner Eltern freute, die die Verordnung akzeptiert hatten, mit ihm nur hebräische Wörter zu sprechen.

Es gab da nur eine kleine Wolke über diesem kleinen Jungen. Er war drei Jahre alt und hatte noch kein einziges Wort gesprochen. Devora wusste, dass seitens ihrer Familie alle Kinder noch vor ihrem ersten Geburtstag zu sprechen begonnen hatten. Sie fragte sich, ob Eliezer vielleicht ein Spätsprecher war.

Oder ob es in seiner Familie einen Stummen gegeben hatte. Sie machte sich Sorgen, denn ihre Freunde begannen sie und Eliezer dafür zu beschuldigen, dass er nicht sprach. Sie erinnerten Eliezer daran, dass Hebräisch eine tote Sprache wäre. Einer seiner engsten Freunde, Michael Pines, bat Eliezer, Ben Zion eine lebendige Sprache, wie z.B. Russisch, zu lehren. Pines meinte, anschließend könne er doch immer noch Hebräisch lernen, wenn er größer wäre.

Pines erklärte Eliezer, dass das Erlernen der Hebräischen Sprache gut für Erwachsene und sogar für Schulkinder sei – „wie du doch in deinen Klassen bei der Alliance bewiesen hast. Aber nicht für Babys!“

DIE FREUNDE BANGEN UM DIE GEISTIGE LEISTUNGSFÄHIGKEIT DES KINDES

Pines stimmte zu, dass Ben Yehudas Vision einer hebräisch sprechenden Nation gut war. Und er sagte ihm, dass er und immer mehr Juden im Heiligen Land tatsächlich Hebräisch sprechen lernen. Doch irgendwie kamen die Bürger Jerusalems zu dem Schluss, dass der kleine Junge die Chance brauchte, eine bekannte Sprache zu erlernen, um nicht als Dummkopf zu enden!

In der Tat, der Junge war fast vier – und komplett stumm. Doch Eliezer schrie seine Freunde an: „Dann soll er halt ein Dummkopf sein!“ Später sagte er zu Devora: „Siehst du das nicht? Es ist ein großartiges und erhabenes Experiment, das wir mit unserem Kind durchführen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden.

Und wenn nicht, verspreche ich dir, dass ich mich nicht schämen werde, mein Versagen öffentlich anzuerkennen – und bekanntzugeben, dass Hebräisch eine tote Sprache ist, ungeeignet für noch nicht entwöhnte Kinder.

Allerdings bin ich immer noch fest davon überzeugt, dass unser Kind nicht weniger fähig sein wird, zu sprechen und zu denken und auch nicht weniger schlau, als all die anderen Kinder, die in Jerusalem oder Moskau geboren wurden. Bald, sehr bald wird er anfangen zu sprechen, und seine Worte werden Balsam für uns sein – wie die Worte der Propheten von einst! Und du, Devora, wirst die Heldin sein, die erste hebräische Mutter seit der Zerstörung Jerusalems unter Titus!“

Ben Zion, geboren am 31. Juli 1882, das „erste hebräische Kind“. Später änderte er seinen Namen in Itamar Ben-Avi.

ELIEZER ERWISCHT SEINE FRAU BEIM RUSSISCH SINGEN

Nicht lange danach kam er zurück von einer Reise nach Rishon Le`Zion, wo er einige seiner Leute getroffen und noch ein paar Abonnements für seine Zeitung verkauft hatte. Frau Pines war gerade zu Besuch bei Devora gewesen und hatte eine Bemerkung gemacht zu „Kindern, die für die Sünden ihrer Eltern geopfert werden.“ Das hatte Devora tief in ihrer Seele getroffen, und nun hielt sie ihr Kind und weinte. Sie dachte zurück an ihre eigene Kindheit in Russland und ohne nachzudenken, begann sie ihrem Kind ein Wiegenlied auf Russisch vor zu singen, während ihr die Tränen über die Wangen liefen.

Wie es nun mal so kommen musste, trat Eliezer genau in diesem Moment zur Tür herein und hörte seine Frau, wie sie für Ben Zion dieses Lied auf Russisch sang. Wütend begann er, sie anzuschreien. Devora war verwirrt und unfähig zu antworten, da es ihr nicht wirklich bewusst war, dass sie auf Russisch gesungen hatte. Sie weinte im Stillen. Ben Zion, der seiner Mutter zu Hilfe eilen wollte, rief: „Abba, Abba, lo!“ (Vater, Vater, nein!)

Beide Eltern waren erst sprachlos – und dann kam ein Jubelruf! Ihr Sohn hatte gesprochen! Und seine ersten Worte waren auf Hebräisch! Trotz des rabbinischen Verbotes mit der Familie zu sprechen, kamen Scharen von Menschen aus ganz Jerusalem, um das „Wunderkind“ zu sehen – das erste Kind in der ganzen Welt, das Hebräisch als seine einzige Sprache sprach!

EINIGE HEBRÄISCHE WORTE WURDEN VON BEN ZION GESCHAFFEN

Ab dem Moment war er alles andere als still. Voller Neugierde fragte er: „Was ist dies? Was ist das?“ Eliezer war gezwungen, sich neue Wörter auszudenken, die es im Hebräischen noch nicht gab. Ben Zion verstand instinktiv die Logik der Sprache und begann ebenfalls, seine eigenen Wörter zu erfinden. Sobald sein Bruder und die drei Schwestern einer nach dem anderen zur Welt kamen, wurde Ben Zion ihr Lehrer. Dabei schuf er oft Wörter, die sein Vater überglücklich zu seiner Liste neuer Wörter hinzufügte, die er in seinen wöchentlichen Zeitungskolumnen veröffentlichte.

Die Erfolge der Kinder waren großartige Beispiele für die Pioniere der neuen Siedlungen, die ihre eigenen Kinder auf Hebräisch unterrichteten, aber mit vielen Herausforderungen, da ihnen so viele praktische Wörter fehlten.

DER ERSTE HEBRÄISCHE HUND WIRD EIN MÄRTYRER

Eines Tages fand Ben Zion einen streunenden Hund und sagte seinem Vater, es wäre ein „Hebräischer Hund“. Er bat seinen Vater eindringlich, ihn zu behalten. Er sagte, dass er diesen Hund dringend brauchte, um noch jemanden außer seiner Mutter und seinem Vater zu haben, mit dem er Hebräisch reden könnte. Eines Tages wurden der Fünfjährige und sein Hund zur Post geschickt, um einen Brief aufzugeben.

Er verirrte sich und stieß auf eine Gruppe ultra-orthodoxer Kinder. Er begann zu laufen und nach seinem Hund zu rufen, in dem er sagte: „Mahir! Bo!“ (Schnell! Komm!) Die religiösen Kinder dachten, er würde seinen Hund mit „Meir“ rufen, dem Namen ihres Rabbis. Sie töteten den Hund und schlugen Ben Zion bis zur Bewusstlosigkeit. Der erste hebräische Hund wurde ein Märtyrer der Wiedergeburt Israels.

Nun wurde der zweite Junge der Familie geboren. Eliezer musste sich das Geld für dessen Beschneidung ausleihen. Endlich war Eliezer zufrieden darüber, dass für Ben Zion Hebräisch immer seine Muttersprache sein würde. Also erlaubte er ihm, mit den anderen Kindern in Rothschilds Schule zu gehen, wo er auch Französisch und Türkisch lernte. Aber nur, bis er seinen Sohn patriotische Lieder auf Französisch singen hörte! Sofort ging Ben Yehuda zum Heimunterricht über.

DAS ÜBERWINDEN DER TÜRKISCHEN VERWALTUNGSHÜRDEN

Auch wenn Eliezer in seinem ersten Jahr der Redaktionsassistent des kleinen Nachrichtenbulletins Die Lilie war, sehnte er sich danach, Herausgeber einer eigenen Tageszeitung zu sein, die „optisch so attraktiv wie LeFigaro, die Pariser Tageszeitung ist!“ Offensichtlich würde das einige Zeit dauern. Aber er konnte es kaum erwarten zu starten!

Sein erstes Hindernis waren die Türken mit ihrer schwerfälligen Bürokratie. Sie würden Ben Yehuda unter keinen Umständen eine Lizenz geben, seine eigene Tageszeitung in Hebräischer Sprache zu starten. Durch einen Glücksfall traf Eliezer einen sephardischen Rabbi, der zufällig vor einiger Zeit eine Lizenz beantragt hatte, sie aber nicht nutzte. Er war glücklich, sie Eliezer für umgerechnet 2,50 $ zu vermieten – und der journalistische Unternehmer fand einen anderen Freund, der ihm diese Summe auslieh! Das war Eliezers Tür für den Start einer richtigen Zeitschrift in Jerusalem. Im Laufe der Jahre wurde sie zum wichtigsten Kommunikationsinstrument für die neuen Siedler Israels – und alles war in Hebräisch.

Doch weil Ben Yehuda der einzige Eigentümer und Herausgeber des Blattes war, wurde er ärmer als je zuvor. Bettelarm. Obwohl er eine wachsende Familie hatte, wurde seine Zeitung zuerst versorgt. Er hatte ganz einfach nicht genügend Bestellungen, um einen Gewinn zu erzielen. Doch das Blatt war Teil seines Traumes, das Hebräische unter dem jüdischen Volk wiederzubeleben. Darüber hinaus erweckte es Interesse unter den verfolgten Juden – vor allem in Russland – ins Land ihrer Vorväter einzuwandern.

EINE LÖSUNG MUSSTE GEFUNDEN WERDEN

Doch ohne genügend gesunde Ernährung wurde Devora schwach und krank. Oft hatte sie Hustenanfälle und Fieber. In ihrem sechsten Jahr begann bei Devora der Bluthusten. Sie hatte sich von ihrem Mann mit Tuberkulose angesteckt. Die Ärzte schlugen vor, einige Zeit im wärmeren Klima in Rishon Le`Zion zu verbringen, was sie auch drei Monate lang tat. Es ging ihr besser, doch dann begann auch Eliezer, Blut zu husten. Um zu überleben, schlug Devora Ben Yehuda vor, nach Russland zu reisen und sich dort mit denen zu treffen, die an einer Einwanderung nach Israel interessiert wären, und um dort mehr Abonnements für seine Zeitung zu verkaufen. Glücklicherweise übernahm sein (immer noch) guter Freund, Herr Pines, den Job beim Herausgeben der Zeitung, während Ben Yehuda reiste. Doch bevor er ging, sagte Eliezer: „Devora, du musst mir versprechen bei allem, was heilig ist, dass du mein Verbot für die Kinder weiterführst, dass sie nichts anderes als Hebräisch hören, solange ich verreist bin.“ Devora versprach es.

Fortsetzung folgt im Maoz Report vom Januar 2019.

Quellen:
„Fulfillment of Prophecy, Eliezer Ben Yehuda”, von Eliezer Ben Yehuda (Enkelsohn) 2008;
„Tongue of the Prophets, The Life Story of Eliezer Ben Yehuda” von Robert St. John 1952;
https://goo.gl/MVmMUK;
https://goo.gl/8r29uN
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HOFFNUNGSBRINGER FÜR DAS ARABISCHE VOLK

Fatima (rechts) und ihre Mentorin

Diese Geschichte beschreibt die großen Herausforderungen beim Verbreiten des Evangeliums in Regionen, wo der Islam dominiert. Beim Predigen und Evangelisieren unter Palästinensern riskiert man immer sein Leben. Daher sagen wir von MAOZ wenig darüber, was Gott im Westjordanland und in Gaza tut. Aber eure Gebete für dieses misshandelte Volk werden Ergebnisse hervorbringen! Gott erhört unsere Gebete! Wenn ihr also für Israel betet, vergesst nicht für die verlorenen Schafe unserer arabischen Nachbarn zu beten. Die folgende Geschichte hat einer unserer Mitarbeiter
geschrieben.

Fatima ist eine 21-jährige Studentin, die in einem Dorf im Westjordanland lebt. Als sie 16 Jahre alt war, hat ihre Familie sie gezwungen, einen älteren Mann zu heiraten. Ein Jahr später hat sie ihren ersten Sohn zur Welt gebracht. Wie das so Brauch ist in islamischen Familien, wohnte sie mit ihrem Mann im Haus seiner Eltern. Ihr Mann misshandelte sie schlimm, und sie rannte oft weg zu ihren eigenen Eltern . Aber ihr Vater schickte sie jedes Mal zurück zu ihrem Mann. Irgendwann schlug ihr Mann sie so schlimm, dass sie ernsthafte Verletzungen davontrug. Da schwor sie sich, nie wieder zu ihrem Mann zurückzukehren. Nach eineinhalb Jahren Ehe erlaubte der palästinensische Gerichtshof ihre Scheidung und sprach ihr das Sorgerecht für ihr Kind zu.

Sie entschied sich, wieder zum Gymnasium zu gehen, wo sie ihren Abschluss machte. Dann begann sie, an einem lokalen College im Westjordanland zu studieren.

Nach einiger Zeit wurden sie und ihre Familie von Verwandten besucht. Als sie Fatima trafen, fanden sie Gefallen an ihr und fragten, ob sie nicht vielleicht ihren Sohn Ali heiraten wolle, der zu dem Zeitpunkt an einer Uni in Deutschland studierte.

Während der nächsten Semesterferien kam Ali nach Hause ins Westjordanland und traf Fatima. Sie begannen sich kennenzulernen und wurden nach muslimischem Recht offiziell verlobt. Als er zurück zu seinem Studium nach Deutschland fuhr, blieben sie in ständigem Kontakt.

Dann begann ihr Verlobter, ihr von seinem neu gefundenen Glauben an Jesus, den Messias, zu erzählen. Als er ihr erklärte, wie er den Messias gefunden hatte, ermutigte er sie, selbst auch nach der Wahrheit zu suchen. Da begann sie selbst im Internet zu suchen und merkte, dass der Islam nicht nur eine falsche Religion ist, sondern dass durch seine Gesetze die Frauen sogar misshandelt und schikaniert werden.

Aus eigener Erfahrung wusste sie, dass das stimmt, was sie da lernte, also begann sie, ernsthaft nach Christus zu suchen. Sie begann auch, ihrer jüngeren Schwester und ihrer besten Freundin davon zu erzählen, was sie über das Leben Jesu und den christlichen Glauben entdeckt hatte.

Fatimas beste Freundin fing daraufhin ebenfalls an, selbst im Internet über Jesus, den Sohn Gottes, zu forschen. Doch Fatimas Schwester, der sie von ihrem Glauben Zeugnis gegeben hatte, erzählte es der Familie. Als ihr Vater das hörte, schlug er Fatima und verlangte von ihr, ihm zu sagen, wer ihr von Jesus erzählt hatte. Zurzeit sucht er nach Wegen und Möglichkeiten, Ali Probleme zu machen, der immer noch im Ausland studiert.

Meine Frau hat Fatima kontaktiert und begonnen, mit ihr zu beten, dass Gott sie und ihren Verlobten vor ihrem Vater schützt. Sie hat Christus in ihrem Herzen angenommen und sagt nun: „Ich werde Ihn niemals verlassen. Christus ist meine einzige Hoffnung in diesem Leben.“

Meine Frau leitet Fatima und ihre beste Freundin jeden Abend an. Sie liest ihnen einen Vers aus der Bibel vor, und sie beten zusammen. Bitte betet für Fatima und ihr Baby, dass Gott sie beschützt und vor allem, dass ihr Ex-Mann ihr nicht das Kind wegnimmt.

Fatima möchte ganz dringend im Wasser getauft werden. Wir warten auf den richtigen Moment dafür.

Anmerkung: Nicht ihre richtigen Namen

 

Letzten Sommer haben wir zwei Sommercamps in zwei verschiedenen Dörfern abgehalten. Das richtige Campinggelände zu finden, kann eine sehr schwierige Aufgabe sein, vor allem wenn man eines sucht, das nicht nur Gelegenheit für Spaß und Abenteuer bietet, sondern uns auch ermöglicht, die Grundlagen des christlichen Glaubens zu vermitteln.

1118 - Summer Camp for arab children

Unser Hauptziel ist es, eine neue Generation dafür auszurüsten, den einen wahren Gott anzubeten und zu lieben. Wir haben täglich auf Glauben begründete Aktivitäten angeboten wie z.B. Bibelgeschichten und haben sie christliche Lieder gelehrt. Das haben wir jeweils mit vielfältigen interessanten Aktivitäten kombiniert, so dass wir so viele Teilnehmer wie möglich damit erreichen. Da wir mehr als 35 Aktivitäten auf jedem Camp angeboten haben, fand jedes der Kinder etwas, das ihm bei der einwöchigen Erfahrung gefallen hat.

Insgesamt haben 270 Kinder im Alter zwischen 6 und 10 Jahren teilgenommen. Die meisten von ihnen sind aus moslemischen Familien und manche der Kinder haben Behinderungen. Die christlichen Lieder, die wir sie gelehrt haben, waren sehr wichtig für die Kinder. Und jeden Tag haben wir die biblischen Geschichten real und lebendig für die Kinder präsentiert. In einem der Camps konnten wir den Teilnehmern ein Buch mit der biblischen Geschichte
über die Schöpfung mit nach Hause geben. Diese Camps öffnen für uns eine Tür, um die Familien zu Hause zu besuchen und mit ihnen gute Beziehungen aufzubauen.

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November 2018

Liebe Maoz-Partner,

wir sind gerade aus Israel zurück gekehrt. Während unserer Tage dort haben wir mehrere Begegnungen mit unseren messianischen Freunden genossen. Sie sind die „lebendigen Steine“ im Land.

In Israel gibt es – besonders für Besucher, die das 1. Mal dorthin reisen – natürlich viele historische, biblische Steine zu bewundern. Und man kann auf Abrahams, Moses, Davids … und Jesu Spuren wandern. Das sind die sog. „toten Steine“, wie unsere messianischen Geschwister sie auch humorvoll nennen.

Immer wieder hören wir aber auch den Wunsch unserer messianischen Familie dort: „Geht nicht an uns vorbei, wenn Ihr in Israel seid! Sucht uns auf! Wir sind die „lebendigen Steine“. Wir wünschen uns Eure Gemeinschaft, Eure Ermutigung, Euren Segen … und wollen auch Euch segnen.“

Tatsächlich ist für uns von ihnen schon oft gebetet worden, für uns persönlich und für Deutschland.

Es ist ein großes Privileg für uns Gläubige aus den verschiedenen Nationen, real zu erleben, wie der Heilige Geist in Israel die uralten Prophetien in Erfüllung bringt:

„Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geiste ausgießen werde auf alles Fleisch …“ Apg. 2, 17

Es ist ein einzigartiges Erlebnis, messianische Versammlungen zu erleben! Besonders dort, wo sie sich auf ihre eigenen neutestamentlichen Wurzeln besonnen haben.

Lobpreislieder in Hebräisch, der wieder erweckten uralten  biblischen Sprache, zu genießen, berühren das Herz.

Zeugnisse junger (und alter) Israelis zu hören, wie Gott ihnen die Herzensaugen geöffnet hat, und sie ihren jüdischen Messias erkannt haben, sind unvergesslich.

Tiefe Erkenntnisse aus dem Wort Gottes, die der Heilige Geist in erstaunlicher Weise messianischen Bibel-Lehrern erschließt, bereichern uns.

Einfach hautnah zu erleben, wie wir Christen aus den Nationen und die messianischen Geschwister in Israel wahrhaftig denselben Geist haben und eins sind, wie Jesus selbst es so eindringlich vom Vater erbeten hat in Johannes 17, 20–21, ist eine tiefgreifende Erfahrung.

Sie sind der „Überrest“, den Gott mächtig gebraucht, um Israel an Sein Herz zu ziehen. Und so hören wir Woche für Woche von neuen Gläubigen in den Gemeinden, die durch die große Liebe ihres Messias gewonnen werden.

All das macht uns bewusst, wie nah wir der Wiederkunft Jesu gekommen sind.

Bei der nächsten Reise nach Israel lohnt sich bestimmt die Mühe, die „lebendigen Steine“, unsere messianischen Geschwister, auf zu suchen. Sie brauchen unsere Freundschaft – und wir ihre!

Gottes reichen Segen!

Jürgen & Ulrike Herrmann und das Maoz Deutschland Team

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